Götter in weiss
Also, wenn man in der heutigen Zeit zum Arzt geht und nicht privatversichert ist, sollte man sich echt Zeit mitnehmen. Und am besten ein gutes Buch! Ich hatte beides nicht, wurde jedoch heute von einer unergründlichen Allergie mit üblem Hautausschlag und Juckreiz dazu gezwungen, eine medizinische Fachkraft zu Rate zu ziehen. Man sitzt also gut zwei Stunden im Wartezimmer, um nach fünf Minuten Sprechzeit mit dem Doc aus dem Behandlungsraum geworfen zu werden, weil die nicht offensichtlichen Beschwerden offenbar heutzutage nicht mehr in den Wirkungsbereich eines Arztes fallen. Unterdessen steigen natürlich die Krankenkassenbeiträge in horrende Höhen getreu dem Motto “Geiz ist geil”…
Wofür ich immer wieder nur ein müdes Lächeln übrig habe, sind solche Geschichten wie diese: Man muss zum Arzt und es ist hinlänglich bekannt, dass der gute, alte Weisskittel, bei dem man schon jahrelang zuvor immer war, wenn es mal gar nicht mehr ohne ärztliche Hilfe ging, keine Termine vergibt. Man sitzt demnach im Wartezimmer und wartet sich den Arsch ab, während man draußen an der Annahme immer wieder die Sprechtstundenhilfe in unterschiedlicher Namensvariation sagen hört: “Ah hallo Frau Meyer, da sind sie ja – sie hatten einen Termin um 11 Uhr, nicht?” Wo zur Hölle hat sich diese Frau Meyer diesen beschissenen Termin gekauft? Diese und andere Fragen beschäftigten mich im Laufe des heutigen Morgens. Doch sobald man die Arztpraxis wieder verlässt und wieder nicht-ärztlichen Boden unter den Füßen hat, beginnt er auch schon wieder – der ganz normale, alltägliche Wahnsinn! Und ich bin selten so beruhigt darüber wie in diesen Momenten…

hiho
die wartezeiten kenn ich zu gut….bei unserm doc is es so das man mit termin meist sogar noch länger warten muss als ohne termin….ich hatte mal das fürchterliche erlebnis das ich 1,5 stunden gewartet hab (obwohl ich termin hatte) un dann war ich mal ohne termin dort un der hatte volles haus da bin ich nach 30 mins scho dran gekommen…..aaaaaaaaber ich muss sagen ich dachte bisher immer mein doc sei schon merkwürdig….weil der mich immer nur fragt was ich hab un mich nie wirklich untersucht wenn was is…was ich schon merkwürdig find…un wenn ich doch mal untersucht werde hab ich angeblich nix oder es is nur ein wert nich ok der aber gar nix zu sagen hätte…ich verlass den raum dann schulterzuckend un weiss nie warum ich überhaupt dort war…..aber naja nu weiss ich das nich nur meiner so merkwürdig un im grunde überflüssig is…. ;o)
Hi Jenny,
hach ja, Ärzte… ich geh da nur hin, wenn ich beim immer mal wieder auftretenden “Grippalen Infekt” eine “Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung für den Arbeitgeber” benötige. Und dann stelle ich meine Diagnose Sicherheits halber auch gleich selber – sonst könnte es leicht sein, dass ich da mit einem Rezept voller Psychopharmaka wieder raus komme…
Schlimmer ist es allerdings, wenn man mal wirklich was Ernstes oder Mysteriöses hat und dringend einen Doc braucht. Da kann man sich drauf verlassen, dass er alle möglichen Diagnosen stellt, die er in seinen Weiterbildungen mal gehört hat, und alle möglichen Medikamente verschreibt, die ihm von seinen liebsten Pharma-Vertretern (nebst kleinen persönlichen “Anreizen”) ans Herz gelegt wurden. Und natürlich sind alle unpassend…
Ja, ich weiss… meine Meinung über Ärzte hat eine geringfügig negative Ausprägung… *g*
Ciao… Sven
Wie ich sehe, sind eure Meinungen über Ärzte auch nicht gerade die besten. Aber das hat einen Vorteil für mich, denn ich fühle mich nun nach dem Lesen eurer Beiträge nicht mehr ganz so alleine mit meinen Erfahrungen. Im Gegenteil – ich bin in guter Gesellschaft, merke ich. Und das ist ja immerhin auch schon was…